Haushaltsfinanzen

Was kostet ein Auto im Monat? So rechnest du es aus

Ein Auto kostet viel mehr als Sprit und Rate. So addierst du alle Kosten, kommst auf einen Monats- und einen Kilometerwert und entscheidest mit Zahlen.

Von der Redaktion Leben im Geldbeutel · Aktualisiert am 2. November 2026

Hände notieren Autokosten in einem Heft, daneben Autoschlüssel, Taschenrechner und Belege für Versicherung und Tanken auf einem Tisch

Fragt man jemanden, was sein Auto kostet, hört man oft: "Etwa 120 Euro Sprit im Monat." Das ist nur ein Teil. Versicherung, Steuer, Hauptuntersuchung, Wartung, Parken und der Wertverlust ergeben zusammen viel mehr, und deshalb wird das Budget ohne erkennbaren Grund eng. Die Methode unten macht daraus eine Zahl pro Monat und eine pro Kilometer.

Beispielzahlen: Die Werte in diesem Text sind erfunden, um die Rechnung zu zeigen. Es sind keine Durchschnitte und keine aktuellen Preise. Rechne mit deinen eigenen Belegen nach. Allgemeine Information, keine Beratung.

Zwei Gruppen von Kosten

Fixe Kosten fallen an, ob du fährst oder nicht: Versicherung, Kfz-Steuer, Hauptuntersuchung (TÜV oder DEKRA), eine Kreditrate und der Wertverlust. Variable Kosten wachsen mit der Nutzung: Sprit, Wartung und Reifen, Parken, Maut, Pflege und Bußgelder.

Der Wertverlust, den niemand monatlich zahlt

Ein Auto verliert jedes Jahr an Wert. Das Geld verlässt dein Konto nicht monatlich, geht aber beim Verkauf verloren. Zur Schätzung schaust du dir Inserate desselben Modells mit einem Jahr mehr Nutzung an und vergleichst die Preise. Oft ist das der größte feste Posten und der am häufigsten vergessene.

Ein Rechenbeispiel

Ein Auto fährt 1.000 km im Monat, verbraucht 6,5 Liter auf 100 km, der Liter kostet 1,80 Euro (erfundene Zahlen):

PostenPro JahrPro Monat
Versicherung700 €58,33 €
Steuer und Gebühren (inkl. Hauptuntersuchung)250 €20,83 €
Wertverlust (2.000 € pro Jahr)2.000 €166,67 €
Zwischensumme fix2.950 €245,83 €
Sprit (1.000 km × 6,5 l/100 km = 65 l × 1,80 €)1.404 €117,00 €
Wartung und Reifen720 €60,00 €
Parken und Maut480 €40,00 €
Pflege120 €10,00 €
Zwischensumme variabel2.724 €227,00 €
Gesamt5.674 €472,83 €

472,83 € im Monat bei 1.000 km ergeben rund 0,47 € pro Kilometer. Der Sprit, der wie der Hauptposten aussah, macht in diesem Beispiel nur 25 % aus (117 von 472,83 €).

So rechnest du deine Zahlen aus

  1. Sammle die Belege des letzten Jahres: Versicherung, Steuer, Werkstatt, Reifen, Maut.
  2. Schätze den Wertverlust über den Preisunterschied gleicher Modelle.
  3. Rechne den Sprit: Kilometer pro Monat × Verbrauch pro Kilometer × Literpreis.
  4. Addiere alles, was jährlich anfällt, und teile durch 12.
  5. Teile die Monatssumme durch die gefahrenen Kilometer.

Wofür die Kosten pro Kilometer gut sind

Du kannst sie mit anderen Wegen vergleichen. Aber vergleiche nur, was sich wirklich ändert: Wenn das Auto auf manchen Strecken stehen bleibt, sparst du den variablen Teil. Versicherung, Steuer und Wertverlust laufen weiter. Fair ist der Vergleich zwischen den variablen Kosten pro Kilometer und dem Preis der Alternative, sowie zwischen den Gesamtkosten und der Option, gar kein Auto zu haben.

Wo es meist Spielraum gibt

Die Zahl für Entscheidungen nutzen

Behalten oder tauschen?

Schätze die Monatskosten des gewünschten Autos mit derselben Tabelle und vergleiche sie mit dem jetzigen. Ein neueres Auto kostet meist weniger Wartung und verliert in Euro mehr Wert pro Jahr, ein älteres eher umgekehrt. Vergleiche die Gesamtsummen, nicht nur die Rate.

Wie viel vom Budget darf das Auto beanspruchen?

Es gibt keinen offiziellen Prozentsatz. Praktisch: Rechne die Monatskosten zu deinen anderen festen Ausgaben und schau, ob noch Platz für einen Notgroschen und für Schulden bleibt. Wenn das Auto das verhindert, belastet es dein Einkommen derzeit zu stark, auch wenn die Rate passt.

Und wenn ich wenig fahre?

Wer wenig fährt, zahlt viel pro Kilometer, weil sich die fixen Kosten auf wenige Kilometer verteilen. Im Beispiel: Bei 400 statt 1.000 km im Monat und einem im gleichen Verhältnis sinkenden variablen Teil (eine Näherung, denn eine Monatskarte fürs Parken sinkt nicht) fielen die variablen Kosten von 227 € auf 90,80 €. Der fixe Teil, 245,83 €, bliebe gleich. Die Summe wäre 336,63 €, also rund 0,84 € pro Kilometer. Dann lohnt der Vergleich mit Carsharing, gelegentlicher Miete oder Bus und Bahn.

Häufige Fehler

Mit der Zahl in der Hand wird das Auto von einem Gefühl der Enge zu einer Entscheidung: behalten, gegen ein günstigeres tauschen oder mit anderen Wegen kombinieren. Wie du den Betrag in deinen Monat einbaust, zeigt das nullbasierte Budget.

Häufige Fragen

Welche Kosten gehören in die Rechnung?

Fixe Kosten (Versicherung, Kfz-Steuer, Hauptuntersuchung, Wertverlust, Kreditrate falls vorhanden) und variable Kosten (Sprit, Wartung, Reifen, Parken, Maut, Pflege, Bußgelder). Alles aufs Jahr rechnen und durch 12 teilen.

Was ist der Wertverlust und warum zählt er?

Das ist der Wert, den das Auto mit der Zeit verliert. Er verlässt nicht jeden Monat dein Konto, spielt aber beim Verkauf eine Rolle. Einfache Schätzung: Inserate desselben Modells vergleichen, das ein Jahr älter ist.

Wie finde ich heraus, ob Carsharing oder Bahn günstiger wären?

Berechne deine Kosten pro Kilometer und vergleiche sie mit dem, was du auf den Strecken wirklich ausgeben würdest. Die fixen Kosten laufen weiter, solange du das Auto hast. Nur der variable Teil entfällt, wenn es steht.

Gehören Kreditzinsen dazu?

Ja. Die ganze Rate ist ein echter Kostenpunkt. Wenn du bar bezahlt hast, denk auch an das, was das Geld anderswo gebracht hätte, als Opportunitätskosten.

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